Freitag, 18. Oktober 2019
Notruf: 122

Orkan Herwart beschäftigt die Feuerwehren

Das Sturmtief Herwart traf, wie von den Meteorologen angekündigt, mit Orkanböen von bis zu 130 Stundenkilometern auch auf Österreich. Es war Sonntag, der 29. Oktober 2017, und viele Menschen hatten die Warnungen wohl ernst genommen. So konnten die Schäden, im Vergleich mit dem vorangegangenen „Xavier“ relativ gering gehalten werden. Trotzdem gab es natürlich die üblichen Ausfälle von Stromleitungen, wurden Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt. In Raab trat der Orkan ebenfalls äußerst heftig auf.

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Die Feuerwehren waren in Alarmbereitschaft. Gegen 9:00 Uhr vormittags traf dann telefonisch der erste Hilferuf bei der FFFFFreiwillige Feuerwehr Raab ein. Bei einem Haus am Kommuneplatz hatte es eine Dachbeschädigung gegeben. Angeregt durch diese erste Anforderung kam nun, vorerst vorwiegend über Whatsapp, die Alarmierungskette der Feuerwehrmänner in Raab so richtig in Schwung. Trotz heftigsten Windböen und bei Gefahr der eigenen Sicherheit, aber auch der Fahrzeuge, gingen die Männer und Frauen in den Einsatz. Die Meldungen von mit Bäumen blockierten Straßen häuften sich nun schlagartig. In Abwesenheit des Kommandanten übernahm Lotsenkommandant Johannes Radlmair die Einsatzleitung. Er setze sich mit der Gemeinde und der Straßenmeisterei in Verbindung. So wurde vorerst, trotz der Gefahr von weiter stürzenden Bäumen, die wichtige Raaber Landesstraße in Hausmanning frei geschnitten. Die Nebenstraßen Richtung Reischenbach, Richtung Ratzenberg und am Rotmayrberg wurden gemeinsam mit den Gemeindearbeitern vorläufig gesperrt. Die Aufarbeitung bei diesen heftigsten Windböen war einfach zu gefährlich. Um 11:44 Uhr ertönten nun in Raab die Alarmsirenen. Bei einem ISG-Wohnblock auf der Sonnenhöhe waren zwei mächtige Föhrenbäume gerissen worden. Die Aufarbeitung übernahm die Mannschaft im Lösch- und Bergefahrzeug. Die Hauptabteilung, mit Tanklöschfahrzeug und KDOKDOKommandofahrzeug; bei der FF Raab ist ein KDO stationiert, stand aber zu der Zeit beim Anwesen Reischl, in Gautzham im Einsatz. Josef, selber Feuerwehrmann hatte um Hilfe gerufen. Beim Stall hatte es das halbe Dach samt Dachstuhl weggerissen. Eine Hälfte hatte es auf das Terrassendach geklappt, den anderen Teil rund 50 Meter weit in die Nachbarwiese geweht. Mit Planen wurde der Heuboden und damit der darunter befindliche Pelletssilo abgedeckt. Dazu stemmte man Entwässerungslöcher zum Ablaufen von Regenwasser und wurden Sandsäcke bereitgelegt. Diese Arbeiten dauerten bis gegen 13:30 Uhr. Der Sturm schwächte sich mittlerweile etwas ab. So konnte nun an die Aufarbeitung der Straßenblockaden gegangen werden. Gemeinsam mit den Kameraden von Steinbruck-Bründl und mit Unterstützung eines Landwirtes mit seinem Rückewagen (Holzwagen mit Greifzange) konnte ein gefährlich verspannter Baum Richtung Ratzenberg entfernt werden. Während Steinbruck-Bründl weitere Straßen in der Gegend Riedlhof säuberte, begab sich die LFBLFBLöschfahrzeug mit Bergeausrüstung; bei der FF Raab ist ein LFB-A2 (mit Allradantrieb, hydraulischer Bergeausrüstung bestehend aus Spreizer und Schere sowie Hubzylindern, sowie einer Seilwinde) stationiert-Besatzung der FF Raab zur Kläranlage. Ein gefällter Baum hing im Zaun und musste mit dem Hubzug entfernt werden. Frei geschnitten wurden nun auch die Straße nach Reischenbach und die Rotmayrbergstraße. Letztere wieder gemeinsam mit den Kameraden von Steinbruck. Die Sperre am Rotmayrberg blieb aber dann noch bis Montag aufrecht, da noch sehr viel Geäst auf der gesamten Fahrbahn herumlag. Gegen 16:00 Uhr kehrte nun allmählich Ruhe ein. Die Raaber Feuerwehrmänner hatten damit rund 7 Stunden unter widrigsten Umständen im Dauereinsatz gestanden, unterbrochen nur von einer kurzen Verpflegspause. Der Erfolg war aber, dass der Großteil der Verkehrswege wieder freigemacht und Sachschäden gebannt werden konnten. Und das Wichtigste dabei, ohne menschlichen und materiellen Schaden genommen zu haben.

Im Einsatz standen: FF Raab mit 24 Mann, KDO, LFB, TLFTLFTanklöschfahrzeug; bei der FF Raab ist ein TLF-A 2000 (ein TLF mit Allradantrieb und 2000 Liter Löschwassertank) stationiert, Motorsägen, Hub- und Greifwerkzeugen; sowie FF Steinbruck-Bründl, Landwirte und Gemeindebauhof  

Bericht EHBI Mayr Otto

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