Montag, 19. August 2019
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Heiße Übung in Riedau

Raumhohe Flammen die einem entgegenschlagen, Temperaturen von bis zu 500°C, und so viel Rauch dass man die eigene Hand vor den Augen nicht sieht. Dies sind die Bedingungen unter denen Atemschutzträger bei der Feuerwehr ihre Einsätze manchmal bestreiten müssen. Und unter diesen unwirtlichen Bedingungen müssen dann Menschen gerettet, Wertgegenstände und gefährliche Stoffe geborgen und Brände gelöscht werden.

Sich auf diese Bedingungen bei Übungen vorzubereiten ist zu meist gar nicht so einfach. Während die schlechten Sichtbedingungen noch relativ einfach nachzustellen sind, sieht dies mit der Hitze und den Flammen in geschlossenen Räumen schon ganz anders aus. Gerade deshalb nehmen es Feuerwehren gerne mit, wenn sich solch seltene Gelegenheiten dann trotzdem mal bieten.

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Vom 10. -12. März 2017 bot sich im Bezirk Schärding wieder einmal eine solche Gelegenheit. Auf Initiative der BTF Leitz stand auf dem Betriebsgelände der Fa. Leitz in Riedau ein Brandcontainer bereit um den Atemschutztrupps buchstäblich Feuer unter dem Hintern zu machen. Darin werden Brände mittels Gas simuliert, die von den Übungsteilnehmern gelöscht werden müssen.

Selbstverständlich nahm auch die FFFFFreiwillige Feuerwehr Raab dieses Angebot sehr gerne an. Bereits am Freitag stellte sich HBMHBMHauptbrandmeister; funktionsabhängiger Dienstgrad eines Gruppenkommandanten oder Jugendbetreuers bei der Feuerwehr Horst Moritz als Truppbegleiter für die Übung zur Verfügung. Am Samstagvormittag dann fuhren 2 Atemschutztrupps der FF Raab nach Riedau um sich der Herausforderung zu stellen. Dass es sich hierbei um keine gewöhnliche Übung handelte, erkannte man sofort an der Vorfreude und der leichten Nervosität, welche sogar den gestandenen Atemschutzträgern anzumerken war.

Um 10:00 Uhr ging es für den ersten Trupp los (Philipp Lang, Patrick Bangerl und Andreas Hochhäusl), um ca. 12:00 Uhr dann für den 2. Trupp (Thomas Lang, Christoph Witzeneder, Josef Reischl). Bevor es aber in die sengende Hitze ging, wurde durch das Rote Kreuz noch ein medizinischer Check durchgeführt, in dem unter anderem der Blutdruck, der Puls und die Sauerstoffsättigung im Blut kontrolliert wurden. Dann gab es noch eine Unterweisung durch den Truppbegleiter in der die Aufträge für den Angriff erteilt wurden und in der auch auf gewisse Feinheiten bezüglich Strahlrohrhaltung, Gangart, etc. hingewiesen wurde.

brandcontainer riedau 5 20170312 1810156555Dann ging es endlich los: Mit einem C-Strahlrohr bewaffnet ging es über das Dach des Brandcontainers in eben diesen hinein. Gleich zu Beginn der Strecke musste ein Feuer gelöscht werden das unter der Einstiegsstiege brannte. Dann ging es richtig hinein in den Container. Als nächstes musste ein Brand rundum zwei Gasflaschen gelöscht werden und diese beiden Gasflaschen waren dann auch zuzudrehen. Nachdem dieses Feuer gelöscht war, ging es weiter in einen Raum in dem ein Flashover auf die Atemschutztrupps wartete. In diesem Raum galt es die Decke zu kühlen, die zu diesem Zeitpunkt ca. 500°C hatte. Diese hohen Temperaturen an der Decke waren auch der Grund warum die Trupps immer gebückt bzw. kriechend vorgehen mussten. Da es am Boden dann doch nur so gemütliche 100°C hatte. Als der Flashoverraum erreicht war, mussten die Trupps aber schon wieder ein Stück zurück, da von der Übungsleitung ein zuvor bereits gelöschter Brand wieder neu entfacht wurde. Dieser neuentfachte Brand wurde abermals gelöscht und im Anschluss wurden im Flashoverraum alle brennenden Gegenstände ebenfalls gelöscht. Am Ende kam der Rückzugsbefehl von der Übungsleitung und die Trupps traten den geordneten Rückzug an. Insgesamt dauerte ein Angriff ca. 20 Minuten

brandcontainer riedau 23 20170312 1137797711Für alle die so etwas noch nicht erlebt haben und einen Vergleich brauchen: Man kann es sich vorstellen als wenn man mit Skianzug und einem 16kg schwerem Rucksack in der finnischen Sauna Gymnastikübungen macht.

Und obwohl man tatsächlich an die körperlichen Belastungsgrenzen stößt, kamen alle Teilnehmer der Übung mit einem Lächeln wieder aus dem Container heraus. Natürlich wurde im Nachhinein noch besprochen, was man hätte besser machen können und was man sehr gut gemacht hat. Zusätzlich wurde der medizinische Check vom Beginn durch das Rote Kreuz nochmals wiederholt.

Alles in allem war es eine sehr gelungene Übung, welche für alle Teilnehmer eine sehr wertvolle Erfahrung ist.

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